Familienrechtssystem und häusliche Gewalt

Gewalt gegen Mütter


Wir erleben in unseren Beratungen, dass von einem bestimmten Typ Vater stets häusliche Gewalt ausgeht, mindestens in Form von psychischer Gewalt. Diese Fälle landen dann als “hochstrittig” in den Gerichtsakten – und auf unserem Tisch. 

Häusliche Gewalt, egal ob psychische, finanzielle, häufig sogar auch körperliche und sexuelle Gewalt, wird vom Familienrechtssystem in den uns vorliegenden Fällen komplett ignoriert. Im Gegenteil. Opfer der Gewalt sind hier mindestens die Kindesmutter, manchmal auch die Kinder indirekt (weil sie Zeugen der Gewalt wurden) oder direkt (weil sie selbst geschlagen, psychisch oder körperlich misshandelt werden). 

Wenn die Mutter sich schützend vor ihre Kinder stellt oder auch nur die Gewalt erwähnt, wird sie nicht selten vom Jugendamt und/oder Richter gerügt oder sogar regelrecht zusammengestaucht (was man wohl Staatliche Gewalt nennt…). Die Ideologie über die Wichtigkeit des leiblichen Vaters für das Gedeihen eines Kindes geht in uns vorliegenden Fällen soweit, dass den Müttern gedroht wird, die Kinder zu verlieren, wenn sie noch einmal von häuslicher Gewalt sprechen. Sie haben „einen Strich drunter “ zu machen und mit dem Kindesvater zu kooperieren – was natürlich überhaupt nicht möglich ist. Nicht selten hören diese Frauen “Er hat ja nur Sie geschlagen, aber nicht das Kind” oder auch “Nur weil er Ihnen gegenüber gewalttätig wurde, heißt das ja noch nicht, dass er ein schlechter Vater ist“. Doch. Muss man das den – meist psychologisch ausgebildeten – Spitzenkräften bei Jugendamt & Co. wirklich erklären? 

Dynamik bei häuslicher Gewalt

Nicht selten erleben wir in den Beratungen auch, dass sich das Opfer von häuslicher Gewalt über die Gewalt gar nicht bewusst ist. Sie sucht die Schuld bei sich; versucht, ihn nicht zu provozieren; glaubt, dass sie sich nur mehr Mühe geben muss; vermisst ihn vielleicht; hat sogar Mitleid mit ihm. “Er hatte ja auch eine schwere Kindheit.”

Oft wird die Gewalt verharmlost. Vor allem, wenn es “nur” psychische Gewalt war. 

Das ist Gewalt:

  • Der Kindesvater beschimpft Sie, macht Sie klein, verleumdet Sie. Auch vor den Kindern. 
  • Er schreit Sie an, guckt Sie aggressiv an, oder verbietet Ihnen das Wort, ist respektlos.
  • Er tritt Ihnen absichtlich auf die Füße, schubst Sie, drückt Sie gegen die Wand.
  • Er versucht Sie, von allen anderen Menschen zu isolieren, indem er alle vor Ihnen schlecht redet. 
  • Er manipuliert die Kinder gegen Sie: Sie machen alles falsch, sind eine schlechte Mutter und Person.
  • Er lauert Ihnen an Ihrer Wohnungstür auf, stellt den Fuß in die Tür und will in Ihre Wohnung.
  • Er gibt Ihnen Ihre Möbel, Ihre persönlichen Unterlagen, Ihre Erinnerungsstücke nicht aus der ehemals gemeinsamen Wohnung. 
  • Er ruft Ihre Freunde, Familie, Arbeitgeber und Nachbarn an und macht sie vor ihnen schlecht. Vorzugsweise erklärt er allen, dass Sie psychisch krank seien. 
  • Er stalkt Sie, ruft Sie mitten in der Nacht an, stiehlt Ihre Post aus dem Postkasten.
  • Er schlägt Sie, würgt Sie, droht Ihnen, Sie fertigzumachen. 
  • … und vieles mehr.

Auch wenn es schwer ist zu akzeptieren: Das alles ist häusliche Gewalt! 

Machen Sie sich bitte bewusst: Die Trennung wird nicht besser, als die Beziehung war.

Im Gegenteil

Auch wenn Sie kein blaues Auge haben: Anhaltende psychische Gewalt hat ähnliche Auswirkungen auf Psyche und Hormonausschüttung wie körperliche Gewalt. Das wird aber beim Familiengericht nicht akzeptiert. Hier wird eine Maßnahme nach der anderen angeordnet, um ausreichend Umgang durchzudrücken. Es soll passend gemacht werden, was bei sachlicher Analyse einfach nicht passt: Nicht jedes Elternteil ist gut für ein Kind; manchmal ist es sogar kindeswohlgefährdend. Das dies auch der eigene Vater sein kann, passt nicht in die derzeit herrschende Ideologie. Und wird zum Bumerang gegen die Kindesmutter, wenn sie versucht, das Kind zu schützen. 

Folgefehler durch falsches Vorzeichen

In der Mathematik nennt man es Folgefehler: Wenn im ersten Rechenschritt ein falsches Vorzeichen gesetzt wird, kommt immer ein falsches Ergebnis heraus. Selbst, wenn der Rechenweg vollkommen richtig ist. Hier: Wenn die Gewalt im ersten Schritt nicht gesehen wird, führen alle im Prinzip richtigen Maßnahmen trotzdem nicht zum richtigen Ergebnis! Elterngespräche, Mediation, Kind-im-Blick-Kurse, nichts führt zum richtigen Ergebnis. Wenn das Opfer der Gewalt, also hier die Kindesmutter und indirekt auch das Kind, auf die Gewalt hinweist, schießt sie sich mit ihrer “Beschwerde” ins Aus: Jetzt ist sie doch diejenige, die den vermeintlich guten Weg boykottiert und schnell wird man ihr Bindungsintoleranz bescheinigen.

Was bleibt, ist ein Folgefehler, also ein falsches Ergebnis. Aufgabe nicht gelöst, nicht bestanden! Aber zu dieser Erkenntnis kommen Familiengericht, Jugendamt & Co. nicht, denn sie sind ja so stolz auf ihren Rechenweg…

Staatliche Gewalt

Aus eigenen Erfahrungen und nach über 10 Jahren Beratungserfahrung zum Thema können wir eines mit Gewissheit sagen: 

Der Kindesentzug ist eine der schlimmsten Formen von Gewalt gegen Frauen

Diesem Typ narzisstischem Kindesvater geht es nur darum, die Ex-Partnerin zu demütigen. Sie wollen das Wechselmodell (WM) nicht, weil sie ihre Kinder so lieben. Wäre das der Fall, hätten sie sich bereits während der Beziehung um die Kinder gekümmert, was in den uns vorliegenden Fällen so gut wie nie der Fall war. Sie wollen das WM, um der Mutter das Kind zu entziehen und sie damit fertigzumachen. Sehr häufig sprechen sie das sogar aus: Wenn du gehst, mach’ ich dich fertig! oder Ich nehme dir die Kinder, ich nehme dir alles. Für viele dieser Gewalttäter ist das WM nur der erste Schritt; das eigentliche Ziel ist der vollständige Kindesentzug. 

Familiengericht und Jugendamt versagen gründlich!

Gewalt gegen Frauen hat eine lange Geschichte, und dieses Phänomen ist trotz einiger (halbherziger) politischer Bemühungen bisher nicht aus unserer Welt. Aber dass sich der Staat an dieser Form der Gewalt beteiligt und es mit Gleichberechtigung (von Vätern), Grundrechten des Kindes (das zum Kontakt gezwungen wird) oder anderen ideologischen Begriffen rechtfertigt, das ist für uns die eigentliche Sauerei!

Ein bestimmter Typ Mann war immer und ist immer gewalttätig gegenüber Frauen. Das wird sich auch nicht so schnell ändern. Aber dass dieser Mann dabei derzeit noch vom Staat – hier: Familiengericht und Jugendamt – unterstützt wird, dass ist erschütternd. 

So unterstützen wir Sie

Wir wissen, dass es oft schwierig ist, sich aus einer Gewaltbeziehung zu befreien. Noch schwieriger ist es, wieder zu heilen. Also sich keine Vorwürfe zu machen, aus der Rechtfertigungsfalle herauszukommen und den Gewalttäter als das zu sehen, was er wirklich ist (= ein Gewalttäter!). 

Vor allem, wenn Sie ohne die Kinder gegangen sind. Auch wenn das viele nicht nachvollziehen können: Wir haben dafür Verständnis. Uns liegen etliche Fälle vor, in denen die Mutter ohne die Kinder gegangen ist – um ihr blankes Leben zu retten. Frauen in Gewaltbeziehungen werden manchmal über viele Jahre psychisch so demontiert, dass sie einfach keine Kraft und keine Zuversicht mehr haben, um die Kinder mitzunehmen. In diesem Fall ist der erste Ansatz, Sie wieder mit Zuversicht zu versorgen. Sie sind und bleiben die Mutter! Und hier setzen wir an: Sie haben nämlich auch Rechte! Im Strategiecoaching legen wir dafür die nächsten Schritte fest.

Auch wenn es in Ihrem Fall nicht soweit gekommen ist, bleiben die Grundstrukturen, die diese Gewaltbeziehung überhaupt möglich gemacht haben, erhalten und beeinflussen die familienrechtlichen Verfahren. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, diese Strukturen aufzudecken und Sie gut bei Familiengericht & Co. zu positionieren! Das ist das Ziel des Strategiecoachings.

Suchen Sie sich weitere Unterstützung!

Neben unseren Coaching und Webinar Angeboten raten wir von häuslicher Gewalt Betroffenen, sich weitere Unterstützung zu suchen. Eine gute Anlaufstelle ist die Frauenbeauftragte Ihres Rathauses: Hier erhalten Sie alle Informationen und Beratungsstellen zum Thema häusliche Gewalt an Ihrem Wohnort. Allerdings warnen wir vor der Caritas, auch wenn es “nur” um Elternberatung geht; hier erreichen uns zu viele negative Berichte betroffener Frauen. 

Einige bundesweit agierende Beratungsstellen:

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